Knackiger Sound, erdige Klänge

Die Big Band Ulm präsentiert im Jazzkeller Sauschdall ein tolles Programm mit vielen Titeln aus der guten alten Zeit.


Foto: Julia König

»Auf fulminante Weise die Ära der Bandleader Count Basie und Duke Ellington wieder aufleben zu lassen – das ist der Big Band Ulm am vergangenen Freitag im Sauschdall gelungen. Die fünf Saxophonspieler, vier Posaunisten und fünf bis sechs Trompeter sowie die vierköpfige Rhythmusgruppe unter der Leitung des mitspielenden Jens Nüßeler konnten in jeder Nummer beweisen, wieso die Big Band seit fast 40 Jahren zu den wichtigen und herausragenden Musikensembles der Stadt zählt.

Mit knackigem Trompetensound, der im Laufe des Abends allerdings manchmal etwas zu nassforsch daherkam und die übrigen Mitwirkenden übertönte, mit erdigen Posaunenklängen und schmeichelnden Saxophontönen konnten die Musiker bestens bei Nummern wie „Do nothin’ till you hear from me“, „Shiny stockings“ oder „Flight of the foo birds“ überzeugen. Dabei trat der kurzfristig eingesprungene Saxophonist Ralf Ritscher immer wieder mit virtuosen Soli hervor. Doch auch die übrigen Bandmitglieder zeigten sich alleine oder in der Gruppe immer von der besten Seite.

Mit Sänger Ralph Merkle erklangen Songs von Frank Sinatra und Dean Martin. Und bei unvergänglichen Swingtiteln wie Gershwins „A foggy day in London town“, Porters „Love for sale“ oder Mancinis „It had better be tonight (Meglio stasera)“ fühlte man sich zu Recht inmitten der legendären Jazzclubs. Nach einem weihnachtlichen „Santa Claus is coming to town“ und „Birth of the blues“ als Zugabe, bei denen einmal mehr Sören Riegert mit seinen  Klavierimprovisationen erfreute, endete das klasse Konzert.«

Südwestpresse, 19.12.16
über das Konzert der Big Band Ulm e.V.
im Jazzkeller Sauschdall